Strukturwandel der deutschen Wasserwirtschaft
HINTERGRUND

vis à gis 1/2009

Fachthema vom 11.12.2009

IAC mbH Leipzig - ... wir machen Geodaten schnell nützlich mit POLYGIS


Strukturwandel der deutschen Wasserwirtschaft

Strukturwandel in der deutschen Wasserwirtschaft
Der demographische Wandel in Deutschland bedeutet auch neue Herausforderungen für die Wasserwirtschaft und andere Versorger.
Fotonachweis: aboutpixel.de

In der Wasserwirtschaft herrscht Handlungsbedarf.

Der demographische Wandel oder die Klimaveränderung, aber auch praktische Probleme wie veraltete Netze konfrontieren die Branche mit neuen strategischen Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund gewinnen bereichsübergreifende IT-Lösungen mehr und mehr an Bedeutung. Dies gilt auch für Geoinformationssysteme wie POLYGIS, das nicht nur die technische Dokumentation und Verwaltung der bestehenden Netze unterstützt, sondern auch eine vorausschauende Planung von Instandhaltungs-, Sanierungs- und Um- oder Ausbaumaßnahmen ermöglicht.

Ist-Situation
In der Wasserwirtschaft verfolgen sowohl die Bundesregierung als auch das Europäische Parlament die Politik: Modernisierung statt Liberalisierung. Dementsprechend liegen Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung in Deutschland in den Händen der Kommunen. Trotzdem unterliegt die Wasserwirtschaft einem gewissen Grad der Privatisierung.

Ein deutlicher Wandel von öffentlich-rechtlichen Organisationsformen hin zu privatrechtlichen Unternehmen ist zu verzeichnen. So zeigt das Branchenbild der deutschen Wasserwirtschaft 2008, dass die Anzahl von privaten Unternehmen in der Wasserversorgung von 22 Prozent (1993) auf 42 Prozent (2005) gestiegen ist. In der Abwasserentsorgung zeichnet sich allerdings ein anderes Bild ab. In diesem Sektor nehmen kommunale Eigenbetriebe sowie Zweck und Wasserverbände den größten Teil ein. Ob trotz oder gerade wegen der strikten staatlichen Reglementierungen - die Wasserwirtschaft ist ein bedeutender und gut funktionierender Wirtschaftszweig in Deutschland. Nicht nur die ausreichende Versorgung mit qualitativ hervorragendem Trinkwasser, die Behandlung des Abwassers nach den höchsten EU-Reinigungsstandards, sondern auch die gehobenen technischen Standards charakterisieren hierzulande die Wasserwirtschaft. Damit sich diese positive Situation zukünftig nicht verändert, dürfen sich Ver- und Entsorger nicht auf dem Erreichten ausruhen, sondern müssen sich auf verändernde Bedingungen in Gesellschaft, Umwelt sowie bei technischen Anforderungen einstellen.

Demographischer Wandel
Rückläufige Bevölkerungsentwicklung in bestimmten Regionen und Überalterung der Gesellschaft sind Kennzeichen des demographischen Wandels, die in der Bevölkerung inzwischen wahrgenommen werden. Dass gerade diese Verschiebungen auch die versorgungstechnische Infrastruktur vor neue Herausforderungen stellt, wird häufig nicht bedacht. Der Wasserbedarf sinkt, die Ausstattung mit Rohrleitungsnetzen ist jedoch dem früher vorherrschenden, höheren Wasserbedarf angepasst. Was ist also zu tun? Einige Netzabschnitte können zurückgebaut werden. Allerdings ist dies sehr kostenintensiv und muss von Kommunen nachhaltig geplant werden. Dass Rückbau nicht immer die geeignete Option ist, liegt auf der Hand, denn schließlich müssen alle Bürger, gleichgültig wie abgelegen sie wohnen, mit Trinkwasser versorgt werden. Dies bedeutet einen hohen Aufwand für die Versorger, da die Leitungen immer in einem einwandfreien Zustand bereit stehen müssen. Zu beachten ist beispielsweise, dass die Leitungen regelmäßig gespült werden oder die regulierten Wassermengen mit einem bestimmten Druck fließen. Ist dies nicht gegeben, besteht die Gefahr, dass sich Ablagerungen in den Rohren und somit auch Bakterien im Trinkwasser bilden. Dieses Problem, welches sich in Zukunft durch die bereits erwähnte Veränderung der Bevölkerungsstruktur deutlich verstärken wird, zeichnet sich bereits gegenwärtig durch den stetig sinkenden Pro-Kopf-Wasserverbrauch ab. Unter dieser demographischen Fragestellung kann ein Geoinformationssystem dienlich sein. Die POLYGIS-Fachanwendung KOMSTAT, die bei vielen Kommunen im Einsatz ist, kann für statistische Auskünfte zur Bevölkerungs- oder Infrastrukturentwicklung zu Rate gezogen werden.

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letzte Änderung am 11.12.2009