Straßenerhaltung in Kommunen
HINTERGRUND

vis à gis 3/2009

Fachthema vom 07.12.2009

IAC mbH Leipzig - ... wir machen Geodaten schnell nützlich mit POLYGIS


Straßenerhaltung in Kommunen
Straßendatenerfassung für Doppik und Erhaltungsmanagement
Straßenerhaltung in Kommunen
Beispiel eines Oberflächenschadens.
Wann ist wohl der richtige Zeitpunkt zur Sanierung?
Fotonachweis: Flickr/Ralf Thees

Die Doppik ist beschlossene Sache!

Kommunen deutschlandweit sind daher in der Pflicht, ihren Haushalt von der kameralistischen auf die doppische Buchführung umzustellen. Dieser Prozess wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, da die Umsetzung dieser Haushaltsreform Ländersache ist und unterschiedliche Zeitvorgaben bestehen.

Allerdings sollten Kommunen die Erfassung ihres Anlagevermögens nicht bis zur Eröffnungsbilanz hinausschieben. Durch diesen rein doppikzentrierten Blick gehen nämlich viele positive Effekte verloren, die aus der Erfassung des kommunalen Infrastrukturbestandes hervorgehen können. Von Daten, die auf Nachhaltigkeit und breite Nutzung ausgelegt sind, profitieren nahezu sämtliche Arbeitsprozesse in den Fachämtern – aber auch darüber hinaus.

Diese sollten daher bei allen strategischen Entscheidungen berücksichtigt und die Doppik als Motor hierzu betrachtet werden.

Straßenerhaltung und -pflege nimmt in Kommunen einen hohen Stellenwert ein. Zum einen sind Straßen – hinsichtlich der Doppik – das wertvollste Gut einer Stadt. Immerhin machen sie im Schnitt rund 40 Prozent des kompletten Infrastrukturvermögens aus.

Zum anderen sind Straßen und Wege Voraussetzung für die Mobilität von Menschen und Wirtschaftsgütern. Dementsprechend hoch ist die Bedeutung, die die Öffentlichkeit dem kommunalen Straßennetz beimisst: Wenige andere Bereiche werden gegenüber der Stadtverwaltung so häufig kritisiert wie Straßenzustände.

Vor diesem Hintergrund sollten doch aktuelle, aussagekräftige Straßenbestands- und Zustandsdaten für jede Kommune ein vorrangiges Ziel sein. Werden diese in entsprechende Erhaltungsmanagementsysteme wie die Straßeninformationsbank KSIB eingebunden, ermöglichen sie konkrete Aussagen über Werte und erleichtern die Planung und Koordination baulicher Maßnahmen. Zudem bilden sie eine wertvolle Entscheidungsgrundlage und Argumentationsbasis – sowohl innerhalb der Fachämter, als auch gegenüber den politisch Verantwortlichen sowie den Bürgern.

Um diese positiven Effekte auszuschöpfen, sollten die erfassten Daten möglichst detailliert und belastbar sein. Hier können sich die Kommunen derzeit an der E EMI 2003 (Empfehlungen für das Erhaltungsmanagement von Innerortsstraßen) der FGSV (Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen) orientieren.

Diese Richtlinie wird momentan auf der Grundlage zahlreicher Erfahrungswerte von Kommunen aktualisiert und in ihrer Neuauflage, die voraussichtlich im nächsten Jahr erscheint, vornehmlich das Thema Erhaltungsmanagement ausbauen. Der prinzipielle Ansatz jedoch wird auch in der Folgeausgabe seine Gültigkeit behalten. So heißt es in der E EMI: „Voraussetzung für ein zielgerichtetes Erhaltungsmanagement ist eine aktuelle Straßendatenbank, die nachfolgende Datengruppen umfassen kann: Ordnungsdaten, Leitdaten, Erhaltungsdaten, Zustandsdaten, Verkehrsdaten und Funktionsdaten.“

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letzte Änderung am 22.12.2009