Die GIS-Historie der sächsischen Stadt Radebeul begann 2005 mit den ersten Überlegungen zur Einführung der Doppik. Zwar hatte sich die Kommune bereits 2003 für die Anschaffung des Geo-Informationssystems POLYGIS der Leipziger Firma IAC entschieden, da aber niemand in der Verwaltung über weitreichende GIS-Erfahung verfügte, lag die Anwendung weitgehend brach. Mit Beginn der Vorbereitungen zur Umstellung auf die doppische Haushaltsführung musste sich dies ändern, weil nun umfangreiche Vermögenserfassungen und -berwertungen vorzunehmen waren. Unterstützung kam aus der Stadt Meißen, die der Nachbarkommune zunächst teilweise und seit Anfang 2008 in Vollzeit ihren GIS-Koordinator Rainer Klose zur Verfügung stellte.
Den größten Anteil am Kommunalvermögen, über 40 Prozent, nehmen Straßen und Bäume ein. Um hier möglichst belastbare, objektive und detaillierte Daten zu erhalten, wurde die Methode der messtechnischen Erfassung durch Befahrung gewählt. Im Gegensatz zu rein visuellen Erfassungsmethoden ermöglicht diese eine exakte Beschreibung der Zustandsdaten. Außerdem sollte die Wiederholbarkeit der Datenerfassung möglich sein, im Hinblick auf die zukünftige Planungsprozesse und die Umsetzung der EU-Richtlinie INSPIRE. "Dies kann nur eine eindeutig parametrisierte messtechnische Methode gewährleisten", erläutert Klose. Zudem sollten Bilder aller Straßen angefertigt werden, um auch einen aktuellen visuellen Eindruck der Infrastruktur zu bekommen.
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